B.K.S. IYENGAR

B.K.S Iyengar wurde am 14. Dezember 1918 in Bellur, einem Dorf im Staate Karnataka (Südindien) als 11. von 13 Kindern geboren.

Guruji morning practice January 2013 3 by Andy Richter

Foto: Andy Richter

Als Baby wäre er fast gestorben, als Kind war er schwach und kränklich infolge einer Reihe lebensgefährlicher Krankheiten, wie Malaria, Typhus, Tuberkulose. Die sein weiteres Leben bestimmende Wende kam, als B.K.S. Iyengar mit 15 Jahren zu seiner Schwester und ihrem Mann, dem Yogi und Philosophieprofessor T. Krishnamacharya, nach Mysore zog. Dieser führte ihn in die Yogalehre ein. Trotz großer körperlicher Schwächen beherrschte B.K.S. Iyengar schon nach kurzer Zeit zahlreiche Asanas und sein gesundheitlicher Zustand begann sich langsam zu bessern. Von da an sollte er sich nie mehr vom Yogaweg abwenden.

In langjähriger intensiver Arbeit entdeckte Iyengar, wie die Übungen auszuführen sind, so dass sie sowohl den anatomischen Strukturen entsprechen als auch den physiologischen Vorgängen des Körpers gemäß sind. Er untersuchte besonders die Gegebenheiten des Bewegungsapparates und entdeckte, von welcher Bedeutung für den Erfolg des Übens der ausgewogene Einsatz jedes einzelnen Gliedes ist.

 Er entdeckte, wie Bewegungen kleinster Körperbereiche die Ausführung einer Übung nicht nur vervollständigen sondern ihr eine neue Qualität und Dimension erschließen. Das genaue und detaillierte Arbeiten am Körper verleiht dem Üben, das zunächst nur aus dem Einnehmen einer vorgegebenen äußeren Form besteht, eine innere Dynamik, durch die jede Übung zu einem harmonischen Ganzen wird, in das alle Körperteile auf sinnvolle Weise integriert werden.

Man erreicht so eine in allen Einzelheiten stimmige Haltung, sie wird zu einem den ganzen Menschen erfassenden Geschehen.

Für die eigene Übungspraxis und den Unterricht hat Iyengar im Laufe der Zeit den Wert von Hilfsmitteln erkannt und wendet diese in vielfältiger Weise an. So werden Gürtel, Holzklötze, Stühle, feste Gewichte, von der Wand oder Decke hängende Seile sowie für den jeweiligen Bedarf eigens gefertigte Bänke eingesetzt, um bei der Ausführung eines Asanas zu helfen.

Oft werden die Hilfsmittel so benutzt, dass die Anstrengung wesentlich verringert wird, manchmal sogar wegfällt, um das längere Verweilen in der Übung zu ermöglichen und tiefere Erfahrung und Wirkung zu erreichen.

Guruji morning practice January 2013 by Andy Richter

Foto: Andy Richter

1937 wurde B.K.S. Iyengar in Folge einer Yogademonstration nach Pune, einer Universitätsstadt 180 km südöstlich von Mumbai (ehemals Bombay), eingeladen, um in einem namhaften Sportclub Yoga zu unterrichten. 1940 begann er als unabhängiger Yogalehrer zu arbeiten.

Langsam verbreitete sich sein Ansehen als Yoga-Experte und -Therapeut und namhafte Persönlichkeiten aus Kunst und Politik begannen seine Führung als Yogalehrer zu suchen.

Ab 1948 unterrichtete er den indischen Philosophen Krishnamurti. 1952 lernte Yehudi Menuhin während einer Konzerttournee durch Indien B.K.S. Iyengar kennen und als Yogalehrer schätzen. Yehudi Menuhin lud ihn 1954 nach Gstaad in die Schweiz ein. In Lausanne gab B.K.S. Iyengar im Rahmen der Landesausstellung seine erste Yogademonstration in Europa.

Von da an begann er regelmäßig Europa, später auch die USA, Australien, Japan und Afrika zu besuchen und die Yogalehre und seine Unterrichtsweise zu verbreiten.

Dank finanzieller Unterstützung von Yogaschülern und Gönnern aus aller Welt konnte 1975 das nach B.K.S. Iyengars verstorbenen Frau benannte ‚Ramamani Iyengar Memorial Institute‘ eingeweiht und eröffnet werden. Das Institut ist zu einem internationalen Zentrum des Yogastudiums geworden und wird von Schülern aus aller Welt besucht. Viele Hunderte reisen alljährlich nach Indien, um unter der Anleitung des Meisters sowie seiner Tochter Geeta und seines Sohnes Prashant ihre Übungspraxis zu verfeinern.

Iyengars in zahlreiche Sprachen übersetzte Hauptwerke, wie z.B. „Licht auf Yoga“ dokumentieren den Durchbruch zu einer neuen Übungsform. Sie setzen vor allem durch ihre detaillierte Darstellung der verschiedenen Haltungs- und Atemübungen neue Maßstäbe.

Am 20.08.2014 ist „Guruji“ im Alter von 95 Jahren verstorben.